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Ist die Web 2.0- Blase kurz vor dem Platzen?

geschrieben am 15. November 2007 von Olaf Kerner

Unter Web 2.0 verstehen wir User Generated Content: Nicht mehr der Seitenanbieter schafft die Inhalte, sondern die Nutzer machen das freiwillig und kostenlos in ihrer Freizeit ;-) .
Das ganze ist wirklich nichts Neues. Bereits vor der ersten großen Internetblase gab es derartige Ansätze (in Deutschland z.B. Lluna), und Foren/ Gästebücher gibt es schon solange es Internet gibt.
Neu ist jetzt, dass es für jede noch so kleine Zielgruppen Web 2.0- Communities gibt, welche mittels massiver Medienpräsenz Benutzer anlocken. Die technischen Voraussetzungen sind besser als um das Jahr 2000: Breitbandige Internetzugänge sind Standard, und auf der Seite der Anbieter stehen Server mit hoher Rechenleistung zur Verfügung, welche komplexe Berechnungen in Sekundenbruchteilen ausführen.

Geht man nach der Medienpräsenz einiger Anbieter, dann tummeln sich dort mittlerweile Abermillionen von Usern.
Eine Prüfung der Alexa- Charts von 2 Anbietern brachte heute Erstaunliches zu Tage: Unsere Firmenhomepage dynamicdrive.de hat genausoviele Besucher wie diese beiden Super- Duper- Web2.0- Communities:

Hier sehen wir den Trend der Besuchzahlen von dynamicdrive.de (blau), verglichen mit bondea.de (rot), einer Frauen- Community. Nach einem Aufbäumen der Besucherzahl von Bondea im Mai/ Juni ist die Kurve down to Earth. Da haben auch die vielen Interviews und die Medienpräsenz nicht geholfen. Selbst Dynamicdrive mit vergleichsweise wenigen Fachbesuchern hat laut Alexa mehr Besucher.

Ähnlich enttäuschend sieht die Zugriffsstatistik von Townkings.de aus:

Der Sinn von Townkings liegt nach Aussage von deren Machern darin: “TownKings ist die kommende Web-2.0-Community. In einer interaktiven Stadtkarte lassen sich reale Personen und reale Meeting Points in der direkten Umgebung aufspüren. Der Partner fürs Leben ist da ebenso schnell gefunden, wie ein Babysitter für die eigenen Kinder.”

Die Alexa- Charts zeigen, dass die Chance, jemanden in der Nähe und mit gleichen Interessen zu treffen, fast 0 ist.

Unsere Meinung: Einige wenige Web2.0- Projekte konnten sich am Markt durchsetzen. Weil mittlerweile jeder solche Dienste anbietet, wird die kritische Masse oft nicht erreicht. Da nützt es auch nichts, vollmundige Pressemitteilungen und Interviews mit vollem Bullshit- Bingo- Wortschatz loszulassen: Das Geld der Investoren ist oftmals bereits verbrannt…

Update vom 16.11.07: Das Web2.0- Projekt Townster (Features ähnlich wie beim hier vorher genannten Projekt Townkings) steht vor dem Aus. Nachdem einer der 3 Geschäftsführer nach Aussage seiner beiden Kollegen eine fast fertige Finanzierung platzen ließ, ist jetzt offensichtlich das Geld alle . Townster hat es bisher lediglich auf ungefähr 5000 Mitglieder geschafft, von denen vermutlich ein guter Teil inaktiv war. Wir sind uns aber sicher, dass die Macher um Gleb Tritus noch das eine oder andere Projekt auf die Beine stellen werden.

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bisher 3 Kommentare
  • 1. marvin  |  16.November 2007 um 01:26Uhr

    Schon mal daran gedacht, dass Alexa oft nicht aussagekräftig ist? Um auf das Beispiel mit der Frauencommunity einzugehen… Glaubst du allen ernstes, dass viele Frauen etwas installiert haben, was Alexa Daten zuspielt? Bei den Besuchern deiner Seite ist das ganz klar anders. Um es auf den Punkt zu bringen…. du hast da ziemlichen Blödsinn gelabert. Die Frauencommunity hat mehr Besucher als deine Seite.

  • 2. Olaf Kerner  |  16.November 2007 um 08:45Uhr

    @Marvin: Danke für Deine ehrliche Meinung!

    Ich weiß schon, woher die Alexa- Daten kommen. Auch zur Frauen- Community kommen viele Besucher aus Investorenkreisen und Webmasterkreisen, welche die Alexa- Toolbar- installiert haben. Ich halte die Charts für recht repräsentativ.

    Um Dich restlos zu überzeugen, hier noch ein Vergleich von bondea.de mit meiner Seite kerner.de. Das ist ein frisch gestartetes News- Portal, auf das mit Sicherheit nicht prozentual mehr Besucher mit Toolbar als zu bondea.de kommen:

    Zugriffszahlen bondea.de im Vergleich mit kerner.de

    Ich habe dort im November 2007 täglich gerade mal ca. 1200 unique visitors (die Suchmaschinen- Bots sind bereits ausgefiltert):

    Zugriffszahlen bondea.de im Vergleich mit kerner.de

    Laut Alexa- Chart sind die Besucherzahlen beider Seiten auf annähernd gleichem Niveau… 1200 unique visitors pro Tag wären für eine in den Medien massiv gepushte Web 2.0- Community wirklich nicht viel…

  • 3. Hampelmann  |  08.Dezember 2007 um 04:03Uhr

    Du sagst doch selbst, daß bei bondea in der Hauptsache Webmaster und Sponsoren die Alexa-Werte bringen. Logisch, daß die am Anfang der Kampagne hoch sind, wo vor allem die “Interessierten” Webmaster mal sehen, was bondea ist.
    Diese Benutzer haben aber rein gar nichts mit den unbedarften 08/15-Frauen zu tun, die auf die Frage nach dem Browser mit einem gepflegten “Häh?” antworten. Das ist aber die Zielgruppe.