geschrieben am 22. März 2007 von Olaf Kerner
Die CeBIT ist die weltweit größte Messe zur Darstellung digitaler Lösungen aus der Informations- und Kommunikationstechnik.
In den vergangenen Jahren hatte die CeBIT mit massivem Schwund an Reputation und Fachbesuchern zu kämpfen.
Das lag zum Teil daran, dass die Messe in den Augen vieler Fachbesucher zu einer Messe der nervigen Klingeltöne und Werbegeschenk- Beuteltiere degenieriert war.
2007 wurde scheinbar die Trendwende eingeleitet. Zitat von der CeBIT- Homepage: “Es brummt auf dem hannoverschen Messegelände: 480.000 Besucher (ein Plus von über zehn Prozent), geplante Investitionen von rund elf Milliarden Euro sowie eine Vielzahl von Innovationen für Geschäftskunden, den öffentlichen Sektor und den privaten Bereich prägten die CeBIT 2007.”
Für die Besucher des Dynamicdrive- Blogs haben wir kritisch “zwischen den Zeilen” gelesen, und möchten Ihnen das Ergebnis nicht vorenthalten:
Zitat: “Es brummt auf dem hannoverschen Messegelände: 480.000 Besucher (ein Plus von über zehn Prozent)…”
Wir lesen wie folgt: Die Besucheranzahl und das Besucherplus stimmen sicherlich. Allerdings hat die CeBIT zu drastischen Mitteln gegriffen, um Besucher anzulocken. Weniger Besucher als 2006 haben den regulären Eintrittspreis (38EUR) bezahlt: In Elektronikmärkten wurden CeBIT- Eintrittskarten zum gekauften USB- Stick im Wert von 10EUR gratis dazugelegt. Nur noch im Google Cache hier>> steht das Angebot, dass Aussteller Eintrittskarten in 500-er Blöcken für je 490EUR kaufen konnten. Auf der CeBIT- Homepage wurde die Seite mittlerweile verschämt entfernt. Von diesem Angebot machten viele Firmen überrreichlich Gebrauch. Alleine der Webhoster Server4you hat 10.000 Freikarten verteilt (Quelle: hier>>). Wir wissen nicht, wieviele der CeBIT- Besucher Freikarten hatten. Auf jeden Fall konnte der Besucherrückgang der vergangenen Jahre auch mit Hilfe dieser innovativen Marketingmethode gestoppt werden…
Zitat: “geplante Investitionen von rund elf Milliarden Euro”
Wir lesen wie folgt: Zu nennenswerten Vertragsabschlüssen auf der Messe kam es nicht. Stattdessen müssen unverbindliche Absichtserklärungen herhalten…
Zitat: “eine Vielzahl von Innovationen für Geschäftskunden, den öffentlichen Sektor und den privaten Bereich prägten die CeBIT 2007″
Wir lesen wie folgt: Diesen Satz hätte unser Praktikant schon lange vor der Messe formulieren können, weil er immer richtig ist. Dazu benötigt man keinen Online- Redakteur. Es wäre schlimm, wenn überhaupt keine Innovationen gezeigt werden würden
.
Fazit: Es gibt noch sehr viel zu tun, um der CeBIT wieder die Reputation zu verschaffen, welche sie dereinst hatte. Fraglich ist, ob das Anlocken von Besuchern mittels Freikarten sinnvoll ist. Für wirkliche Fachbesucher spielen die 38EUR regulärer Eintrittspreis keine Rolle.
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