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Interner Telekom- Brandbrief veröffentlicht: Techniker schießt gegen Obermann & Co.

geschrieben am 25. März 2007 von Olaf Kerner

Durch eine Indiskretion gelangte eine interne Email eines Telekom- Technikers an den Telekom- Chef an die Öffentlichkeit (Volltext hier>>). Darin beschwert sich der Techniker bitterlich über das orientierungslose Taumeln seit der Privatisierung. Auch über angestellte Manager, welche von Firma zu Firma ziehen, und dort jurzfristig Renditeziele ohne Rücksicht auf die Belegschaft anpeilen.

Weil sich viele Telekom- Angestellte mit dem Inhalt der Email identifizieren können, ist sie das Gesprächsthema Nr. 1, und hat mittlerweile auch die breite Öffentlichkeit erreicht.

Wir möchten die Situation der Telekom kritisch würdigen:
Einst war die Post (zu der der Telefondienst usw. gehörte) ein behäbiges Staatsunternehmen, und konnte als Monopolist Preise und Service diktieren. Etwas aufgeweicht wurde das Monopol mit dem Aufkommen der ersten unabhängigen Handynetze, so dass Wettbewerb in diesem Gebiet einzog.
Mit der Regulierung des Festnetzes kam für die Telekom Unruhe auf. Während die Telekom immer noch 56 Pfennige/ Minute für ein Ferngespräch verlangte, ging z.B. Mobilcom sofort auf 19 Pf. runter. Ähnlich war die Situation im Internet: Die Telekom nahm immer noch astronomische Minutenpreise, und das werbefinanzierte Germanynet verlangte gar keine Gebühren (alles natürlich zuzüglich Telefongebühren bis zum nächsten Einwahlknoten).

Die Wettbewerber jagten der Telekom Marktanteile ab, was oft auf Kosten des Service und der Qualität ging.
Die Telekom steckte zunächst den Kopf in den Sand, und reagierte meist nur noch, statt zu agieren.
Gipfel der Konfusion war, dass verschiedene Telekom- Teilunternehmen/ Tochterunternehmen sich mit ihren Angeboten gegenseitig Konkurrenz machten.

Mittels massiver Kostensenkung (natürlich zuerst bei den Gehältern der Mitarbeiter, nicht bei den Vorstandsgehältern…) versucht der neue Chef zu retten, was zu retten ist. Natürlich werden die Gehälter nicht direkt gesenkt, sondern mittels Auslagerung der Mitarbeiter in Tochtergesellschaften etc. Der Service wird bei derartig motivierten Mitarbeitern sicherlich nicht besser.

Unsere Meinung ist:
In vielen Bereichen ist die Telekom noch besser als die ganzen Pseudo- Anbieter, welche oft lediglich als Reseller von Telekom- Leistungen auftreten. Fast niemand anderes verlegt noch selber Kabel in der Erde, und bietet Telefon und Internet aus einer hand und als eigenes Produkt mit eigenem Backbone an. Wir haben jedenfalls unseren Firmen- DSL- Anschluss nicht bei Freenet und Konsorten. Warum zum Reseller gehen, wenn auch beim Hersteller gekauft werden kann?

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