geschrieben am 24. August 2008 von Olaf Kerner
Dynamicdrive bewirbt seit 2004 (mit einer Unterbrechung) das Girokonto der DKB Bank. Besonderes Feature ist, dass mit der VISA Card weltweit gebührenfrei Bargeld an Automaten abgehoben werden kann.
Den Filialbanken laufen die Kunden in Scharen davon. Um diesem Trend zu begegnen, haben sich manche Sparkassen und Volksbanken etwas besonderes einfallen lassen: Das Abheben von Bargeld an deren Automaten ist für Inhaber einer VISA Card besonders der Direktbanken DKB und ING- Diba oft nicht mehr möglich.
Am vergangenen Freitag hat nun die Sprecherin des Ostdeutschen Sparkassenverbandes, Cosima Ningelgen, gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung Klartext geredet. Beim Ostdeutschen Sparkassenverband hat man nichts dagegen, dass immer mehr Mitglieder ihre Automaten für bestimmte Direktbanken sperren (wortwörtliches Zitat): “Wir wollen nicht, dass Schmarotzer und Parasiten diese nutzen.”
Bildquelle: Preisauszeichnung eines Sparkassen- Geldautomats, gefunden im Usenet
UPDATE vom 05.09.: Original- Preisverzeichnis mit Sperre bestimmter Direktbanken: preisaushang.pdf , Zitat: “** Gemäß den VISA-Verfahrensregeln in Verbindung mit dem VISA Global ATM Member Guide, Abschnitt 6-12 haben wir für folgende Kartenissuer den Bargeldservice an den Geldautomaten unseres Hauses eingestellt: DKB (Deutsche Kreditbank) + ING DIBA + Allbank + VW-Bank + Santander Bank + CC Bank + ComDirekt”
Nochmal: Der Ostdeutsche Sparkassenverband bezeichnet die Banken, für deren Kunden die Sparkassen- Geldautomaten gesperrt sind, als Schmarotzer und Parasiten.
Diese Direktbanken sind/ waren Vertragspartner des jeweiligen Automatenaufstellers, und haben pro Abhebung eine vorher vereinbarte Gebühr an den Automatenaufsteller gezahlt.
Offensichtlich ist diese Gebühr nicht kostendeckend. Offensichtlich hat der Ostdeutsche Sparkassenverband hier in der Vergangenheit schlecht verhandelt. Aber deshalb seine Vertragspartner als Schmarotzer und Parasiten zu beschimpfen, ist aus meiner persönlichen Sicht unterstes Niveau. Der Ostdeutsche Sparkassenverband disqualifiziert sich damit als seriöser Lieferant von Bank- Vorleistungen. Welcher jetzige Vertragspartner will schon später als Schmarotzer bezeichnet werden?
Meine Meinung: Die ostdeutschen Sparkassen stellen ihre Geldautomaten Kunden fremder Banken nicht uneigennützig zur Verfügung. Die fremde Bank (z.B. die DKB) zahlt pro Abhebung einen vorher ausgehandelten festen Betrag, welchen sie nicht an ihre Kunden weiterberechnet. Damit tragen die fremden Banken zur Finanzierung der Geldautomaten- Infrastruktur auch der Sparkassen bei.
Warum erhöhen die ostdeutschen Sparkassen nicht einfach nach Ablauf der bisherigen Vertragsbindung den Preis für die Abhebung von Direktbank- Kunden auf ein kostendeckendes Niveau?
Beim nach unserer Meinung derzeit besten Direktbank- Girokonto, dem Netbank- Girokontos, sind mir keine derartigen Stänkereien anderer Banken bekannt. Das kann auch daran liegen, dass hier zum Geld abheben im Normalfall die Maestro (EC)- Karte verwendet wird (Cashpool), und nur ausnahmsweise mit der MasterCard gebührenfrei Bargeld bezogen wird.
Update vom 22.09.2008 Mittlerweile sind Informationen zu den Kosten des Betriebes der Sparkassen- Geldautomaten publik geworden. Demnach ist der Betrieb der Geldautomaten in eine separate Firma ausgelagert, welche den Sparkassen kostendeckende ca. 0,7€ je Abhebung berechnet. Wenn ein Kunde einer fremden Bank mit seiner VISA- Card am Sparkassen- Automat Geld abhebt, erhält der Automatenbetreiber pro Abhebung von VISA ca. 1,70€. Pro Abhebung macht also die betreffende Sparkasse ca. 1€ Gewinn. An finanziellen Gründen liegt die Sperrung demzufolge wahrscheinlich nicht.
Ob die Sperrung eine wettbewerbswidrige Behinderung der betreffenden Direktbanken darstellt, lässt eine dieser Banken nach unseren Informationen gerade mit Rechtsmitteln feststellen.
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1.
Vincent | 24.August 2008 um 22:54Uhr
Ich verstehe den Aufstand nicht – die Sparkassen sollten lieber versuchen, den attraktiven Angeboten der Direktbanken etwas entgegenzusetzen.
Was mich aber noch mehr wundert ist, dass die Sparkassen wie die Deutsche Kreditbank (über die BayernLB) ja auch zum öffentlichen/staatlichen Bankensektor gehören.
2.
Olaf Kerner | 25.August 2008 um 09:01Uhr
Scheinbar ist für den Ostdeutschen Sparkassenverband ein Problem, dass z.B. die DKB über so gut wie gar keine eigenen Geldautomaten verfügt, und deshalb vom Ostdeutschen Sparkassenverband so bezeichnet wird. Auch deren Muttergesellschaft (Bayrische Landesbank) verfügt kaum über eigene Geldautomaten.
Die Vorteile des fehlenden Geldautomaten- Netzes einiger Direktbanken, nämlich dass diese pro Nutzung Geld an den Automatenaufstellen zahlen müssen, verschweigt der Ostdeutsche Sparkassenverband…
Die Netbank z.B. als Cashpool- Mitglied trägt immerhin einen Anteil am Geldautomaten- Netz.
3.
Torsten | 25.August 2008 um 14:53Uhr
Bisher war mir das nur von Volksbanken bekannt, wo es manchmal Problem mit dem abheben via DKB Visa-Card gab.
Naja, mich stört das nicht so sehr. Hier in Magdeburg hab ich an jeder zweiten Ecke einen Automaten und da sind zig Banken vertreten.
4.
Paula | 27.August 2008 um 20:06Uhr
Ich finde es extrem kurzsichtig wenn die Sparkasse sich so ein Verhalten gönnt. Ich bin ein Direktbank Kunde, aber die glauben doch nicht das ich mit so einem Kindergartenverhalten jemals ein Sparkassen Kunde werde. Meine Direktbank muss sich ja auch damit auseinander setzen das sie nicht an jedem Blumentopf Filialen hat. Und das das Direktbanking eben zuweilen etwas umständlicher ist als einfach hinzugehen, ich hab von denen aber noch nie gehört das die eine Fillialbank schlecht gemacht hätten oder was negatives zu den Kunden von Filialbanken sagen, denn Schmarotzer und Parasit, bezieht sich ja auf den armen Tölpel der grad vor einem der Automaten steht und seine Visakarte nich benutzen kann.
Ich meine ich stell mich ja auch nich hin und sage “Die Sparkasse is doof und stinkt nach Maggi” Also bitte was soll das?
Da komm ich mir als Kunde doch echt vor, wie im Kindergarten. Verbessert euren Service und eure Konditionen dann könnt ihr wieder wie ein großer mitspielen. Fangt am besten bei euren Homepages an, die sind so unübersichtlich das man plötzlich eine Reise nach Paderborn gebucht hat bis man merkt das man falsch ist.
Ich finde mit solchen Aktionen schießen sich die Banken selbst ins aus, zumal die Sparkasse nicht klagen darf, die wurden Jahrzehnte lang Staatlich abgesichert, konnten “scheiß” bauen ohne angst zu haben daran zu verrecken und wenn mal jemand ehrlich und durch Leistung besser wird dann müssen sie so einen Müll machen.
Also ich werd kein SPK Kunde…
5.
crenzy | 05.September 2008 um 18:09Uhr
Würden nicht meine gesamten Aktivitäten bei meiner lokalen Sparkasse laufen würde ich mein Konto kündigen.
Cosima Ningelgen gehört entlassen, nicht weniger.
6. Haben Kunden von Direktba&hellip | 12.September 2008 um 11:46Uhr
[...] Blog von dynamicdrive.de wird eine Aufnahme eines Hinweisschilds auf dem Geldautomaten gezeigt, woraus zu erkennen ist, [...]
7.
Werner | 19.September 2008 um 16:48Uhr
Bei der Diskussion bleibt ein Stück der Realität außen vor. Bis vor ca.1 1/2 Jahr erfolgten die Verfügungen an den Automaten über die GiroCard (früher ecCard). Hier hatten die Automatenbetreiber die Möglichkeit einer individuellen Gebührenfestlegung nach kartenausgebender Bank. Die Bank konnte die Gebühr gegenüber dem Kunden “durchbuchen” oder selbst übernehmen. Bei der VISACard
besteht jedoch zur Automatennutzung noch eine Entgeltvereinbarung aus alter Zeit, die zwischen VISA und den Spitzenverbänden geschlossen wurde. Das Verfügungsentgelt ist deutlich unter den Entgelten für Verfügungen mittels GiroCard. Diese Nische nutzen die Direktbanken und lenken ihre Kunden bewußt auf Verfügungen mittels VISACARDum auf diese Weise Kosten zu sparen. Da VISA zur Zeit nicht bereit ist, die Gebührenvereinbarung neu zu verhandeln, reagieren Volksbanken und Sparkassen mit dem Ausschluß -leider auf dem Rücken der Kunden-.
8.
Roman | 23.September 2008 um 02:49Uhr
Eines verstehe ich nicht:
Wenn die Visa-Gebühren zentral vereinbart sind und die betroffene Automanten grundsätzlich mit dem VISA-Logo verziert sind, wie können dann die Sparkassen einzelne Banken aussperren?
Also laufen die Transfers doch nicht zentral und die Gebührenvereinbarung hat doch keine globale Wirkung.
Es wäre alles so einfach, wenn die Direktbanken jeweis ein Gebührenabkommen mit VoBas; SpaKos
, CacheGroup und CachePool machen würden, dann könnte man auch überall an das Geld ran, nur via “ec”.
9.
susanne | 25.September 2008 um 12:15Uhr
…noch mal zu mitschreiben für mich: die Sparkassen machen bei jeder Abhebung 1€ Gewinn und blockieren nun diese Ertragschance? Geht es denen denn so gut? Ich kann´s kaum glauben – die Beschimpfung mit Parasiten wird ja damit ad absurdum geführt und die Öffentlichkeit von der Dame mit dem unaussprechlichen Namen in die Irre geführt. Unglaublich, das geht doch nach hinten los!
10.
Olaf Kerner | 25.September 2008 um 13:38Uhr
***noch mal zu mitschreiben für mich: die Sparkassen machen bei jeder Abhebung 1€ Gewinn und blockieren nun diese Ertragschance?***
Nach unseren Informationen ist das so. Wenn jemand mehr weiß, bitte hier posten!
Die Sparkassen verzichten möglicherweise deshalb auf den kurzfristigen Gewinn, damit langfristig gesehen nicht so viele Kunden von ihnen abwandern.
11.
Martin | 29.September 2008 um 10:51Uhr
Frage mich nur wer die Schmarotzer sind.Meine Erfahrung mit der Sparkasse:fette Kontoführungsgebühren, verspätete Wertstellungen auf dem Girokonto, zu frühes Abheben von Daueraufträgen, zuerst kommen die Abbuchungen, dann die Gutschriften und und und…
Fragt sich für mich, wer da jahrelang von wem abgezockt hat und nun spielt man den schlechten Verlierer, weil andere Banken es mit dem Kundenservice ehrlich meinen.
12.
Ingo | 17.Oktober 2008 um 22:30Uhr
…also, ich bin seit fast 4 Jahren Kunde bei der DKB. Zuvor war ich seit meiner Kindheitwegen meiner Eltern “zwangsverspflichteter” Sparkassen-Kunde.
Der Grund, warum ich die SPK verlassen und zur DKB gewechselt habe:
Unverschämte Kontoführungsgebühren; um Kosten zu Sparen und Kunden zum Online-Banking umzulenken wurde eine Zeit lang ein gebührenfreies Online-Konto bei meiner SPK angeboten. Das kann ich soweit noch nachvollziehen. Aber schon nach kurzer Zeit wurde selbst dieses kosteneffektive Onklinekonto “gebührenpflichtig”, indem die SPK eine “Gebühr” von damals 1,50 Euro einführte, die fällig wird, wenn das durchschnittliche monatliche Guthaben unter 500 Euro liegt. Dies wurde in “Schriftgröße 6″ auf dem Auszug mitgeteilt. Nach Rücksprache mit dem Filialleiter teilte mir dieser damals mit, dass es sowieso nur ca 15% ihrer Kunden seien, die unter diesem Betrag liegen und daher für die SPK uninteressant seien. Wortwörtlich bezeichnete er diese Kunden als “Abzocker” (Zitat Ende!!!) Meine rethorische Frage, ob ich denn für seine SPK also zu diesen 15% (Abzockern) gehöre, ließ ihm die Röte ins Gesicht steigen.
Seitdem habe ich nur noch eine Sparkasse betreten um Geld mit meiner DKB-Visa-Card kostenlos abzuheben… und das ziemlich oft und in purer Absciht, da mir bekannt war, dass es der Sparkasse Kosten verursacht.
Soweit so gut! Das was manche Sparkassen derzeit mit den Direktbanken veranstalten ist a) Abzockerei, b) wettbewerbsverzerrend und c) unlauterer Wettbewerb. Nach Rücksprache mit meiner DKB-Bank wurde mir mitgeteilt, dass die DKB dabei ist, eine Einstweilige Verfügung gegen die entsprechenden Sparkassen zu erwirken und anschließend vor Gericht zu ziehen.
Im Interesse aller DKB- und sonstigen Direktbank-Kunden erlaube ich mir an dieser Stelle, der DKB viel Eerfolg vor Gericht zu wünschen.
TIPP:
Wer Bargeld mit der EC/Maestro-Card der DKB-Bank an den entsprechenden Sparkassen-Automaten abhebt, dessen Konto bei der DKB wird jeweils mit 10 Euro Gebühren belastet (auch unverschämt teuer). Aber die DKB sichert zu, diese Gebühren zurück zu erstatten, soweit man unter Angabe sediner Konto-Daten eine Email mit dem Datum der Abhebungen an info@dkb.de sendet.
Was bei den Banken abgeht, ist unverschämt. Erst jonglieren sie mit dem Geld der Bürger und Unternehmen und verlangen dafür auch noch horrende Kontoführungsgebühren. Anschließend kriegen sie nicht genug in ihren geldgierigen Hals. Und als dann auch noch vor wenigen Monaten die Spekulationsblase (US-Immobilien-Sektor) platzt und ihr Geld verloren war (das der Banken), wollen Sie einen doppelten Boden mit Absicherung des Staates mittels Steuergeldern. Unglaublich!!
Mein Vorschlag:
Um den Finanzsektor nicht vollends abschmieren zu lassen und uns in eine Weltwirtschaftskrise mit bislang noch unabschätzbarem Schaden an den weltweiten Volkswirtschaften zu steuern, müssen alle notleidenden Banken mittels Steuergeldern unterstützt werden; und zwar nur, indem sich der Statt in die Banken einkauft und Anteile an ihnen erwirbt um mibestimmen zu können Desweiteren sind die Gesetze zu überarbeiten, bzw drastisch zugunsten von mehr Absicherung des Finanzverkehrs zu verschärfen. Als weitere Hilfe kann man die Wahl von Barrak Obama als neuen Präsidenten der USA sehen. Letzter Punkt ist ein Apell an die Politiker (Angela Merkel voraus) und an die Medien, erst zu denkeen und dann erst den Mund auf zu machen um Panik unter den privaten Kleinanlegern und Kleinunternehmen zu vermeiden. Das, was vor wenigen Tagen passiert ist, dass die Sparer ihre Vermögen zu anderen Banken umschichten, zu vermeintlich sichereren Banken, kann nur Panik auslösen und führt dazu, dass der Teufelskreis beschleunigt wird: Banken, dneen die Sparer davon laufen, sind nicht mehr Kreditwürdig, bekommen keine Gelder mehr und müssen dann wieder mit Steuergeldern gerettet werden. Ergebnis: noch mehr Presseberichte und noch mehr Panik.
In diesem Sinne:
Kampf den abzockenden Banken!!!
Wir Kleinsparer haben in der Summe eine enorme (finanzielle) Macht, die wir anhand unseres logischen Denkens einsetzen müssen um nicht noch weiter gemolken zu werden.
Viele Grüße,
Ingo
13.
vorhanden | 30.Januar 2009 um 02:17Uhr
Hallo,
kenne auch das Problem. Bin vor Jahren weg von der Sparkasse, weil ich nur Probleme hatte. Nach einigen Monaten ging die EC-Karte kaputt, als ich das im Gespräch erzält hatte und gleichzeitig wegen den Kontoführungsgebühren gefragt habe, wurde mir mitgeteilt ich könne die Kosten senken indem ich mein Konto so umstelle das ich alle Überweisungen am Automaten mache (alles klar bei einer kaputten Karte!!! – außerdem sollte ich für die Karte auch noch 10 DM zahlen wenn sie ne neue bestellen? Kenne ich von meiner jetzigen Bank nicht. Jetzt bin ich glücklicher Kunde bei der DKB und versuche mein Geld immer bei der Cash-Group zu holen, da gab es noch nie Probleme!
Hm was die Sparkassen sagen, zeigt doch nur, das sie hilflos mit ansehen müssen wie die Jugend immer weiter weggeht. Aber bei den Gebühren und Öffnungszeiten ist das auch kein Wunder. Leider hatte ich neben den techn. bzw. Materialproblem leider auch mit einer unfreundlichen Beraterin zu tun.
LG Name vorhanden