geschrieben am 25. Oktober 2008 von Olaf Kerner
Ich hatte hier bereits ein paar Gedanken zu den Auswirkungen und Wechselwirkungen der Finanzkrise auf Online Marketing Agenturen gepostet.
Dynamicdrive lebt im wesentlichen von Provisionen für vermittelte Finanzprodukte. Mittlerweile liegen mir Zahlen vor, wie sich die Finanzkrise auf die vermittelten Anzahlen der Verträge für Girokonten, Kreditkarten und Kredite auswirkt:
-Die Anzahl der vermittelten Girokontoverträge ist auf ca. 70% zurückgegangen, bei unveränderter Bewerbungsintensität. Übersetzt bedeutet das: Die Leute zahlen lieber für ihr vermeintlich sichereres Filialbanken- Konto monatliche Grundgebühren bei schlechten Leistungen, als dass sie zu einer Onlinebank wechseln, welche bei Verzicht auf Beratung vor Ort viel bessere Leistungen bietet. Sie haben Bedenken, dass ihr Geld bei Onlinebanken nicht sicher sein könnte. Das ist wegen der Einlagensicherung nach deutschem Recht, welche alle der von uns in Deutschland vermittelten Produkte unterliegen, Quatsch.
-Die Anzahl der von uns vermittelten Kreditkartenverträge ist nahezu unverändert (ca. 90% der Norm).
-Im Kreditbereich sehen wir kaum durch die Finanzkrise bedingte Änderungen.
Fazit: Um Gehälter und Büromiete zu zahlen, reichen die Gewinne aus der Geschäftstätigkeit bei uns gerade noch so aus
.
Mr. Stromvergleich berichtet in seinem Blog (siehe dortige Kommentare), dass Kollegen von uns mit einem 90%- Einbruch der Vermittlungszahlen leben müssen. Das ist noch o.k., wenn das Geld ein Zusatzverdienst eines Angestellten ist, der nebenberuflich Finanzprodukte vermittelt, und nicht von der Vermittlung leben muss. Das ist aber absolut tödlich für eine Agentur, welche wie wir echte Angestellte hat (nicht nur Freiberufler, Werksverträge etc.), und unabhängig vom Gewinn vertraglich vereinbarte Gehälter zahlt.
Meine Frage an die Leser dieses Blogs:
Wirken sich die Folgen der Finanzkrise auf Euer Online- Business irgendwie aus? Steigen oder fallen Eure Verkaufszahlen? Vielen Dank für jede (gern anonyme) Antwort.
Artikel gespeichert unter: Wirtschaft und Finanzen

1.
Vincent | 25.Oktober 2008 um 12:54Uhr
Auch bei mir sind die Leads/Sales gerade beim DKB Cash Konto eingebrochen, da die Kunden hier offenbar skeptisch sind, da es sich bei der DKB ja um eine Tochter der BayernLB handelt. Hingegen konnte ich bei den anderen Banken (z.B. comdirect) eher eine Zunahme verzeichnen – allerdings auch bei leicht gestiegenen Besucherzahlen.
Der Verlust bei den DKB-Vermittlungen, der erst seit ca. einer Woche wirklich ausgeprägt ist, zeugt schon von einem großen Vertrauensverlust. Ich hoffe, dass dies nicht so weiter geht!
2.
Shares-Online | 25.Oktober 2008 um 17:05Uhr
>> Das ist wegen der Einlagensicherung nach deutschem Recht, welche alle der von uns in Deutschland vermittelten Produkte unterliegen, Quatsch.
Die gesetztliche Einlagensicherung schützt nur 90% der Einlagen und das maximal bis 20.000€! Und gerade die BayerLB (welche ja bekanntlich Mutter von DKB ist) hat es ja besonders hart erwischt…
3.
Olaf Kerner | 25.Oktober 2008 um 17:11Uhr
@ Vincent:
. Ansonsten gibt es noch diverse Einlagensicherungsfonds.
Beim DKB- Konto sind die Zahlen bei mir auch eingebrochen, auf ca. 60% der Norm…
@ Shares-Online:
Angela Merkel hat doch gerade erst erklärt, dass alle Spareinlagen von Privatkunden zu 100% gesichert sind
4.
Vincent | 25.Oktober 2008 um 22:23Uhr
So ähnlich sieht es bei mir bei der DKB auch aus – mit dem Argument, die DKB gehöre zur BayernLB, kann man jetzt jedenfalls nicht mehr werben