geschrieben am 10. August 2009 von Olaf Kerner

Ein sehr interessantes Interview hat Georg Röben, Marketingleiter bei Jochen Schweizer (Selbstdarstellung: ” Ihr Spezialist für Erlebnisgeschenke”) der Internetworld Business gegeben.
Herr Röben behauptet dort, dass die Zusammenarbeit von Marketing Agenturen und ihren Kunden nicht funktioniert.
Weil Dynamicdrive u.a. als Agentur tätig ist, kann ich die Aussagen von Herrn Röben nicht unkommentiert lassen
.
Hier ein paar Auszüge aus dem Text, mit Anmerkungen von mir.
“Die Agentur will in erster Linie ihr Geld mehren und nicht das des Kunden.”
Es kommt darauf an, die Verträge so zu gestalten, dass die Agentur nur dann verdient, wenn der Kunde auch verdient. Sonst ist das Risiko, dass der Kunde sinnlos Geld verballert, hoch. Ich erinnere z.B. an eine SEO- Agentur, welche vertraglich als messbaren Erfolg eine bestimmte Anzahl an unique visitors auf der Kundenhomepage garantiert. Die Agentur kauft diese Visitors dann irgendwo billig ein. Ob die Visitors etwas bestellen, ist der Agentur egal. Vor Gericht bekam immer die Agentur recht, bzw. sie einigt sich bei unklarer Vertragsgestaltung zum Prozesstermin mit den Kunden.
“Wenn Sie die Agentur prozentual am SEM-Umsatz beteiligen, bucht sie Ihnen die teuren Begriffe mit viel Suchvolumen.”
Wer als Kunde den Agentur- Erfolg daran misst, dass möglichst viel Budget verballert wird, dem ist nicht mehr zu helfen.
Die Kunden und Agenturen sehen das oft komplett anders, wie die zahlreichen Agentur- Angebote über “Adwords- Betreuung für 15% vom Budget” zeigen.
“Wenn Sie sie (Anm.: die Agentur) pro Bestellung bezahlen, sattelt sie auf den Long Tail um, da sie die weniger oft gesuchten Begriffe günstig einkaufen kann.”
Den Long Tail buchen wir natürlich, und freuen uns über evtl. Gewinne. Selbstverständlich buchen wir teure und wenig konvertierende Keywords ebenso, zum mindestens kostendeckenden CPC. Wir subventionieren mit dem Gewinn aus dem Long Tail und anderen gut konvertierenden Keywords andere mäßig konvertierende Keywords.
“Das Hauptproblem, wenn ich Marketing an eine Agentur abgebe, ist das Know-how, das ich dabei verliere.”
Know How im eigenen Haus zu halten lohnt sich nur dann, wenn auf Dauer mindestens 2 Leute damit in Vollzeit beschäftigt werden können (“goldene” Outsourcing- Regel). Kritisch wird es dann, wenn die Inhouse- Marketing- Leute mit kurzer Kündigungsfrist die Firma wechseln. Dann macht für eine Weile niemand mehr Marketing… Bei einer Agentur läßt sich die Erbringung der Dienstleistung vertraglich binden.
Mein abschließender Kommentar:
Georg Röben, Marketingleiter bei Jochen Schweizer äußert sich wie ein “gebranntes Kind”, welches schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht hat. Vielleicht hat er z.B. eine von Agenturen immer wieder gern angebotene supertolle Branding- Kampagne mit Abrechnung zum TKP gebucht, bei der keine Verkäufe entstanden sind. Möglicherweise hat sich Herr Röben auch deshalb so geäußert, um der Auslagerung seines eigenen Arbeitsplatzes an eine Agentur vorzubeugen.
Ich zumindest möchte, dass sowohl Dynamicdrive als auch die 8 mit uns kooperierenden Banken durch die Zusammenarbeit Geld verdienen, und dass möglichst langfristig.
Vielleicht auch deshalb betreuen wir Adwords- Kampagnen zum Teil ununterbrochen seit 2004. 5 Jahre sind ansonsten im Internetbusiness ein Zeitraum, innerhalb dem Agenturen umfirmiert oder verkauft sind, Adwords- Kampagnen 3x neu vergeben wurden, und Agentur- Mitarbeiter 2,5x den Arbeitgeber gewechselt haben…
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1. Suchmaschinenmarketing- B&hellip | 11.August 2009 um 09:04Uhr
[...] selbst. Wie da Georg Röben vom Erlebnisgeschenke- Spezialist “Jochen Schweizer” meinen kann, dass Agenturen ihre Kunden ausnehmen, ist mir [...]
2.
Internetagentur | 04.März 2010 um 18:15Uhr
Ich finde, das sihr als SM Agentur nicht Google Anzeigen platzieren solltet, so verliert ihr (bei mir) sofort an Glaubwürdigkeit.