geschrieben am 23. Oktober 2009 von Olaf Kerner
Heute ist der Domainer- Tag des Jahres 2009: Ab 09:00 Uhr war es möglich, z.B. ein/zwei- stellige .de- Domains und reine Ziffern- .de- Domains zu registrieren.
Weil der Andrang groß zu werden versprach, hat die DENIC (welche .de verwaltet) folgendes Verfahren angesetzt: Jedes der ca. 270 DENIC- Mitglieder konnte ab 09:00 Uhr pro Minute 4 Domainregistrierungs- Versuche an die DENIC übergeben. Wer zuerst kam, mahlte zuerst.
Und so haben viele der DENIC- Mitglieder wie die Bekloppten ab 09:00 Uhr versucht, zuerst die wertvollsten Domains zu registrieren. Das führte bei der hohen Anzahl der Mitglieder nur selten zum Erfolg.
Völlig an die Wand gespielt hat DENIC- Mitglied Christoph Grüneberg (bzw. dessen Firma) die meisten der Einzelkämpfer: Er hatte im Vorfeld mit gerüchteweise 20 DENIC- Mitgliedern Absprachen getroffen bzw. deren Registrierungszugänge aufgekauft. Dann hat er ab 09:00 Uhr mit Hilfe der ca. 20 Zugänge systematisch REG- Requests für alle interessanten Domains gestellt, natürlich pro Domain nur ein einziges mal. Immerhin 193 der interessantesten 700 Domains konnte er auf diese Weise registrieren.
Fraglich ist, ob diese Vergabe der Domains an einen eingeschränkten Kundenkreis kartellrechtlich sauber war. Darüber werden die Gerichte entscheiden.
Artikel gespeichert unter: Suchmaschinenmarketing

-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
Ihr Kommentar1. css server | 23.Oktober 2009 um 17:00
haja, saubere sache !
2. CV | 23.Oktober 2009 um 17:12
interessant, interessant!
3. pokerservice | 23.Oktober 2009 um 18:44
<<>>
Das ist doch Beschiss und korrupt wie so vieles in D…! Wie soll da Chancengleichheit gewährleistet sein?
4. Randolf Jorberg | 24.Oktober 2009 um 14:21
“DeNIC-Chefin Dolderer betont … ‘Wir haben aber wenig Einfluss darauf, was die Leute dann hinter den Kulissen machen’, sagt sie mit Blick auf die ungleiche Verteilung. Die Poollösungen als solche seien nicht illegal.”
Dann sind wir mal gespannt auf die Gerichte…
5. Randolf Jorberg | 24.Oktober 2009 um 14:26
Sorry, letzteres war ein Zitat von heise.de
Ob C.G. von der Namensnennung im Titel hier so begeistert ist, mag ich mal bezweifeln. Es gibt ein recht weitgehendes Recht am eigenen Namen…
6. Olaf Kerner | 24.Oktober 2009 um 15:43
Das Pooling ist nach meiner Meinung nicht illegal. Christoph war einfach nur clever, so wie in der Werbung mit Villa Riba und Villa Bacho.
Rechtlich problematisch könnte sein, daß nahezu alle DENIC- Mitglieder ihrer Aufgabe, der Domainregistrierung für jedermann, nicht nachgekommen sind. Indem sie gesagt haben “wir nehmen keine Vorberstellungen an”.
Ganz abgesehen von solchen wahrscheinlich krummen Sachen wie mit der Vergabe von tv.de. Der schnelle Inhaberwechsel ins Ausland (welcher Gerichtsverfahren zu erschwert) macht die Sache nicht glaubwürdiger.
7. Dirk | 24.Oktober 2009 um 19:08
Es waren viele Domainer an der Aktion beteiligt und jeder hat etwas Know How in die Waagschale geworfen, alle waren selber vom Erfolg überrascht. Christoph steht zwar jetzt mit seinem Namen da aber die sache hätte genau so nach hinten los gehen können. jeder hat viel Kontakt und Geld bereitgestellt. Es hat sich gelohnt, es hätte auch mit Totalverlust enden können.
Verlierer ist Sedo, zu deren Auktionspreisen denen natürlich keiner die Domains geben wird.
8. Sven | 25.Oktober 2009 um 03:47
Und sowas sitzt im Rat der Stadt Wuppertal?
Na Prost Mahlzeit.
9. Olaf Kerner | 25.Oktober 2009 um 09:03
Nochmal:
Christoph hat gezeigt, daß er innerhalb von kurzer Zeit in der Lage ist, etwas zu stemmen. Dafür hat er meinen größten Respekt.
Was mich an der Vergabe der neuen Domains stört, ist folgendes:
Die DENIC hat einen öffentlichen Auftrag, nämlich die Ermöglichung der Registrierung von Domains für jedermann. Neu zu vergebende Domains sind nach meiner Meinung zunächst öffentliches Eigentum und kein DENIC- Eigentum. Es ist rein rechtlich aus meiner Sicht fragwürdig, wenn die Mehrzahl der DENIC- Mitglieder diesem Auftrag nicht nachgekommen ist, sondern die Domains unter sich aufteilt.
Ich würde das mit der Umwandlung von öffentlichem Grund in Bauland vergleichen. Normal wäre danach, wenn das Bauland verkauft oder versteigert werden würde. Es wäre strafrechtlich relevant, wenn Mitglieder der öffentlichen Verwaltung dieses Bauland unter sich kostenlos aufteilen würden, und dann meistbietend verhökern würden.
Mich würde es nicht wundern, wenn das ganze Verfahren dieser Domainvergabe insgesamt vor Gericht gekippt werden würde.
10. Dirk | 02.November 2009 um 00:27
Ich glaub nicht das was gekippt wird, es wird nur noch verkauft
Folgende HTML-Tags sind erlaubt:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>
Trackback diesen Artikel | Kommentare als RSS Feed abonnieren