geschrieben am 08. Februar 2010 von Olaf Kerner
Als Inhaber einer Vertriebsfirma für u.a. Kreditkarten beobachte ich den Kreditkarten- Markt sehr aufmerksam.
Während bei den girokontounabhängigen “echten” Kreditkarten oft monatelang nichts Neues passiert, sind in den letzten Monaten eine Unmenge neuer Prepaid- Kreditkarten in den deutschen Markt eingetreten. Ich komme kaum noch hinterher, die Internetauftritte der neuen Karten zu sichten.
Gemeinsames Kennzeichen fast aller der neuen Prepaid Kreditkarten ist, daß der Firmensitz der herausgebenden Bank oder des herausgebenden Finanzinstitutes (Banklizenz wird für Kreditkarten nicht mehr benötigt) im Ausland und oft in einer Steuer- Oase ist.
Meist verfügt der Kreditkartenherausgeber mit Sitz z.B. in Malta, auf Gibraltar oder den Kanal- Inseln sogar über eine europäische Banklizenz (welche dort scheinbar einfach zu erlangen ist), und kann demzufolge seine Kreditkarten direkt an Empfänger in der SEPA- Zone senden. Abgesehen davon gibt es auch Kreditkartenherausgeber, welche ohne entsprechende europäische Lizenz trotzdem lustig Karten in alle EU/ SEPA- Länder versenden…
Problematisch ist für Kunden von Prepaid Kreditkarten ausländischer Herausgeber die Kommunikation bzw. die Durchsetzung von Ansprüchen gegen den Kartenherausgeber im Fall von Meinungsverschiedenheiten. Ein Finanzinstitut z.B. in Gibraltar zu verklagen ist fast aussichtslos, bzw. im Verhältnis zur Schadenssumme extrem teuer…
Dynamicdrive prüft derzeit alle Möglichkeiten, um zusammen mit ausländischen Kreditkarten- Herausgebern ein sicheres Produkt anzubieten.
Natürlich sehe ich auch, daß der Vertrieb vieler Prepaid- Kreditkarten nach wenigen Jahren wieder eingestellt wird (z.B. ICQ Club MasterCard) bzw. daß die Karten dann ganz tot sind (PIPPS MasterCard. AAA-Card) bzw. ihre Vertriebsfirmen wechseln (z.B. Paricard). So einfach scheint das Geld Verdienen mit Prepaid Kreditkarten doch nicht zu sein.
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Ihr Kommentar1. udo | 11.Februar 2010 um 05:53
Weniger von Steuer- als von „Regulierungsoasen“ profitieren auch sogenannte Schattenbanken, deren Aufgabe es ist, als Tochter einer regulären Bank bankenähnliche Dienste anzubieten, ohne aber wie eine Bank reguliert zu sein.
Also Hedgefonds oder andere verstrickte mathematische Konstrukte. Diese werden von den Finanzkonzernen außerhalb ihrer Bücher angelegt und insbesondere für die verderblichen Produkte eingesetzt, die in der Finanzkrise eine so unrühmliche Rolle spielten.
Solche außerbilanziellen Produkte nutzen auch diejenigen deutschen Banken, die der Finanzkrise beinahe zum Opfer gefallen
wären. Und auch diese Schattenbanken waren, wie in der Branche üblich, allesamt nicht in Deutschland angesiedelt.
So gründete die IKB 2002 die Rhineland Funding im US-Bundesstaat Delaware und richtete zugleich diverse
Ankaufgesellschaften mit Sitz in Delaware und Jersey ein. Hinzu kam später Rhinebridge in Irland mit einer Tochter in Delaware.
Die Sachsen LB wiederum verwaltete über ihre irische Tochter in Dublin die Conduits Ormond Quay und Georges Quay.
Diese Tochtergesellschaft erwirtschaftete zuletzt mehr als die Hälfte der Gewinne der Bank, obwohl sie nicht einmal zehn Prozent der Aktiva hielt.
Nach dem Wegfall der staatlichen Gewährträgerhaftung verlagerten andere Landesbanken ihre riskanten Geschäfte ins
Ausland, um neue lukrative Einnahmequellen zu erschließen.
Auch die Karibik ruft deutsche Landesbanken. Die BayernLB etwa, die ebenfalls nach Delaware ging. Bei der HSH Nordbank sind nach eigenen Angaben 165 Tochterunternehmen nicht konsolidiert. Eine Anfrage in der Hamburger
Bürgerschaft ergab, dass allein elf davon auf den Kaiman-Inseln sitzen.
Dass außerbilanzielle Geschäfte künftig zumindest offengelegt werden müssen, war immerhin schon eine der Forderungen auf
dem Weltfinanzgipfel im November 2008. In jüngster Vergangenheit macht sich der US-Präsident Obama dafür stark, ob ihm
das gelingen wird, zweifle ich an.
Kontrollen von Bankentöchtern im Ausland sind. problematisch bis unmöglich. Die Depfa ist keinesfalls eine obskure außerbilanzielle Gesellschaft. Dank eines entsprechenden Abkommens zwischen den Notenbanken Deutschlands und Irlands statteten sogar Prüfer der Bundesbank Ende Februar 2008, der Depfa einen Besuch ab. Doch die Krise der HRE konnte so nicht verhindert werden, denn die Aufsicht über Konzerntöchter in Regulierungsoasen bleibt problematisch.
In einem Brief an den Bundestagsfinanzausschuss vom 16. Oktober 2008 betonte BaFin- Präsident Jochen Sanio, dass die Überwachung von Liquidität bzw. Solvenz ausschließlich bei der irischen Aufsichtsbehörde liege, weshalb sich die deutschen Prüfer gar nicht mit der Liquiditätsausstattung der irischen HRE-Tochter zu befassen gehabt hätten. Überdies fand die Untersuchung durch die Bundesbank-Mitarbeiter in Irland erst statt, als die kurzfristige Refinanzierung, auf die die Depfa gesetzt hatte, längst nicht mehr zu gewährleisten war.
Vermutlich wäre die Krise der Depfa-Mutter, HRE, zu diesem Zeitpunkt selbst dann nicht zu verhindern gewesen, wenn die Prüfberichte im Finanzministerium nicht auch noch „versehentlich“ liegen geblieben wären.
Geringe Regulierung macht ausländische Standorte attraktiv. Die genannten Beispiele verdeutlichen, dass es nicht so sehr die
geringen Steuersätze sind, sondern die geringe Regulierung in Steueroasen, kombiniert mit maximaler Geheimhaltung und
Abschirmung, die die Finanzfirmen so magisch anziehen.
Die „Depfa-Geschichte“ stammt übrigens aus dem Buch „Das Billionengrab“ von Axel Trost und Nicola Liebert.
Ich möchte damit aufzeigen, welch verschlungene Wege den Banken in Deutschland offenstehen und diese dafür nicht belangt werden, wenn Euer Geld verbrannt wird…
2. Suchmaschinenmarketing- B&hellip | 23.Februar 2010 um 13:03
[...] hatte bereits gepostet, daß Deutschland derzeit massenhaft von Prepaid- Kreditkarten aus Gibraltar, Malta etc. überschwemmt wird. Hintergrund ist, daß Finanzinstitute aus Gibraltar, Malta und den Kanalinseln aggressiv auf [...]
3. Suchmaschinenmarketing- B&hellip | 26.Februar 2010 um 13:28
[...] TNL in Gibraltar herausgeben, und ist eine der vielen auslänischen Preüaid- Karten, welche derzeit Deutschland überschwemmen. TNL verfügt über eine SEPA- Lizenz (auch für Deutschland) ermöglicht zusammen mit einem [...]
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