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5 Jahre hauptberufliche Selbstständigkeit

geschrieben am 09. Juli 2010 von Olaf Kerner

Als ich vor etwas mehr als 5 Jahren meinen Job als Fertigungsingenieur in einer Elektronikfirma in Dresden gekündigt habe, fragten manche der damaligen Kollegen (welche wußten, daß ich als Hobby ein paar Internetseiten betreibe): “Womit willst Du im Internet auf Dauer soviel Geld verdienen, daß Du auf Dauer gut davon leben kannst?” Ich meinte: “Ich vermittle als Affiliate Handyverträge und Kreditkartenverträge.”

Die Kollegen haben damals nur mit dem Kopf geschüttelt und gedacht: “So doof, den Ingenieur- Job von sich aus zu kündigen und Internetseiten zu basteln, kann doch niemand sein. Wenn jemand aus der Arbeitslosigkeit heraus Affiliate wird, ist das o.k. Aber nicht durch Kündigung eines unbefristeten Vollzeit- Jobs!”

Nach 5 Jahren kann ich heute sagen, daß der riskante Schritt von damals 100% richtig war. Ob ich den Job bis zur Rente machen kann (und ob ich auch in 10 Jahren neuen Trends noch geistig folgen kann), wird sich zeigen ;-) .

Die erste Kreditkarte, welche ich vermittelt habe, war übrigens die Card4Students der Barclays Bank, wie auf diesem von archive.org festgehaltenen Design meiner damaligen Seite dresdentreff.de zu sehen ist:

Übrigens: Vor lauter Werbemitteln ist der Sinn der Internetseite kaum zu ersichtlich. In dieser Beziehung hatte ich damals etwas übertrieben. Werbung war aber notwendig, um das kostenlose Angebot der Seite zu finanzieren.

Die Internetprojekte der ersten Zeit (ab dem Jahr 2000) habe ich mittlerweile fast alle verkauft oder gelöscht. Aus dem damaligen Spaß als Nebenverdienst ist heute Ernst geworden, welcher mehrere Leute in Vollzeit ernähren muß…

Artikel gespeichert unter: Dies und das

bisher 5 Kommentare
  • 1. Tjark  |  09.Juli 2010 um 23:05Uhr

    Hallo Olaf,

    Glückwunsch zum 5-jährigen Firmenjubiläum.
    Von 5 Jahren Existenz können viele Start Ups, die mit viel Getöse gestartet sind, nur träumen.

    Meine Firma gibt es im Juli schon 9 Jahre.
    Ich habe meine Selbstständigkeit noch als Angestellter vorbereitet und lebe nun schon 7 Jahre ausschließlich von der Firma.
    Ich bereue den Schritt in die Selbstständigkeit auch nicht, aber manchmal beneide ich die Leute schon, die eine “gesicherte Existenz” haben.
    Ich bin halt nicht der typische Geschäftsmann …

  • 2. Ivo - Selbstständig machen  |  10.Juli 2010 um 01:40Uhr

    Hallo Olaf,

    sehr interessanter Bericht. Bei mir ist es fast gleich abgelaufen. Hinzu kam aber noch das ich im Betriebsrat war und ich dem Chef ein “unkündbare” Stelle vor die Füße geworfen habe. Die Seite ist doch noch absolut in Ordnung. Schau dir doch mal die amerikanischen Affiliate Projekte an, da sind wir völlig human.

    Viel Erfolg auf deinen weiteren Weg.
    Grüße Ivo

  • 3. udo  |  10.Juli 2010 um 04:04Uhr

    [Edit: Off- Topic- Anteile gelöscht. Olaf Kerner]Tja, lieber Olaf. Da kann man Dir fuer Deinen grossen persoenlichen Mut und Einsatz eigentlich nur ein ganz dickes Kompliment aussprechen.

    Was ich hiermit auch tun moechte.

    Ich kenne ja auch seit Zeiten von Stefan Dreistger deine Internet-Geschichte ganz gut.
    Immerhin scheint – meiner unmassgeblichen Meinung nach – so ein besagter unterbelichteter Internet-Digital-Muell auch noch zu fuktionieren und etwas Geld abzuwerfen. Um weiterhin im Netz eine grosse Klappe zu haben.

    Mein Kompliment dagegen an Olaf. Welcher Lebens-Verantwortung als Unternehmer fuer sich selbst und Andere = Existenzen, Familien – uebernommen hat.

    Weiter so, Baby. Und lass Dich bitte von nichts und von Niemanden auf der Welt als richtiger Ubternehmer unterkriegen.

  • 4. Olaf Kerner  |  10.Juli 2010 um 09:08Uhr

    @Tjark:
    > aber manchmal beneide ich die Leute schon, die eine “gesicherte Existenz” haben.

    Welche Angestellten- Jobs sind sicher, bzw. sicherer als unsere Selbstständigkeiten?
    Als Angestellter kannst Du auch ohne Selbstverschulden immer entlassen werden.

    Mir ist auch aufgefallen:

    Viele Leute glauben kaum, daß wir von dem, was wir arbeiten, leben können. Und sie sagen: “Schau Dir mal den erfolgreichen Herrn XXX an. Der ist Dr.- Ing. und arbeitet bei der Firma XXX in der Forschung! Du dagegen bastelst Internetseiten. Naja, besser als arbeitslos zu sein. Deine Frau, auf deren Kosten Du sicherlich lebst, tut mir leid…”

    Ich lasse das an mir abperlen und denke mir: “Herr XXX sitzt jeden Tag von 8 bis 20 Uhr im Büro, verplempert viel Zeit mit Powerpoint- Präsentationen und endlosen Besprechungen mit Anzug und Krawatte. Ich dagegen arbeite mal im Büro und mal woanders. Ich liefere keine Powerpoint- Präsentationen, sondern Verkaufszahlen. Und zum Gespräch z.B. mit einem Bankvorstand kommenden August gehe ich nicht im Anzug und mit devotem Augenaufschlag, sondern maximal im weißen Hemd, und verhandle auf Augenhöhe.

    Mit dem angestellten Herrn XXX möchte ich wirklich nicht tauschen… Und ob ich auf Kosten meiner Frau lebe oder nicht, behalte ich für mich ;-) …”

  • 5. Dirk  |  20.Juli 2010 um 19:51Uhr

    Glückwunsch, mein Gewerbeschein trägt übrigens das Datum 1.05.2005. Das sind wir fast zeitgleich allein gestartet… die 2 Jahre vorher mit meinem Partner zähl ich mal nicht mit ;-)