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Sevenload, Erdbeerlounge etc: Verluste über Verluste

geschrieben am 29. Januar 2010 von Olaf Kerner

Meine Meinung, daß sich das Web 2.0 im Endstadium befindet, hatte ich vor 2 Jahren bereits gebloggt.

Daß die finanzielle Situation so dramatisch ist, wie aus den Pflicht- Veröffentlichungen der Bilanzen ersichtlich (Stichtag für Einreichung der Bilanz 2008 war der 31.12.2009), hätte ich selber nicht gedacht. Kostproben:

Erdbeerlounge:  Verlust 2008 1.085.017,33€ (2007: 166.905,74€) = Versechsfachung des Verlustes
Sevenload:  Verlust 2008 7.464.799,32€ (2007: 2.346.843,44€) = Verdreifachung des Verlustes

Sevenload z.B. hat also in den letzten beiden Jahren laut Bilanz knapp 10Mio. € verbrannt.

Und die Krise der Werbepreise (für Bannerwerbung etc.) fängt erst an…

Irgendwann kapiert vielleicht auch der letzte, daß solche Projekte, soweit sie nicht jetzt nicht längst Marktführer sind, nicht mit 25 Leuten Personal und 10Mio€ Venture Kapital machbar sind. Sondern höchstens mit 3 Enthusiasten, welche voll hinter ihrem Projekt stehen, und das ganze ohne Wasserkopf gerade so profitabel betreiben können…

Überraschend wacker geschlagen haben sich dagegen die ganzen Selbstmisch- Onlineshops:
Z.B. der Parfümmischer und der Cornflakes- Mixer haben laut Bilanz 2008 etwas Gewinn gemacht. Wahrscheinlich liegt das daran, daß hier reale Produkte verkauft werden.
Ob der ausgewiesene Gewinn Bestand hat, wenn der Kapitaldienst für das von vielen dieser Firmen aufgenommene Venture Capital mit eingerechnet wird, ist eine ganz andere Frage…

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bisher 6 Kommentare Eigenen Kommentar schreiben
  • 1. udo artig  |  30.Januar 2010 um 01:42

    Na ja, Olaf. Das Web.2.Null-Null – so am Ende ist – wuerde ich so nicht sagen. Es gibt noch eine Menge Mafia-Kapital auf
    der Welt – was durch die Geldwasch-Maschinen durch muss.

    Dann gibt es auch noch Millionen ab sieben oder acht-Jaehrigen Lady Gagagaga-Plastic-Musik-Fans im Netz aus der Zielgruppe von MyBasti und Co – welche denken, dass das ganze Leben gratis und kostenlos ist.

    Du kannst nicht davon ausgehen, dass alle Leute Deinen Wissens-Stand haben. Nur weil Du Buromiete, Strom, Wasser, Personal und Steuern und etc. bezahlen musst.

    Aber um Dich zu troesten: Immerhin geben selbst so Internet-Geld-Verdien-Marktschreier wie Dr. Pott und Co – welche
    nichts weiter tun als (falsche) Millionen Versprechen gegen ( allein fuer sie ) viel Geld ans dumme (Internet) Volk zu verkaufen
    - inzwischen zu, dass es Web.2.0 nicht bringt.

    Der – unter Umstaenden mit viel Einsatz und Muehe – gewonnene Traffic aus dieser Schiene laesst sich nur sehr, sehr schwer
    monetisieren.

    Was soll ich Dir raten? Du kannst bei uns wie gesagt als Bauhelfer anfangen. Oder moechtest Du lieber Kartoffeln anpflanzen?

    Du – wir haben auch noch eine Avocado-Finca. Wunderschoen die Baeume. Aber leider ueberhaupt nicht digital – sondern
    ganz real zum Anfassen. :-)

    Und dies ist doch eigentlich das ganze Ding.
    Wozu braucht denn Jemand so einen Digital- Quatsch wie “Second Life” – als Realitaets-Ersatz – wenn die Leute noch nicht einmal mit Ihrem “First Life” richtig klar kommen?

    Die “Krise” hat auch ihre guten Seiten. Jedenfalls haben eine Menge Internet-Digital-Verirrte inzwischen merken muessen -wie Klammern im Real-Life schmecken.

    Mangels Money – wie “Internet-Unternehmer” MyBastl fuers seine Bueromiete unterm
    Dach in einem Berliner Low-Kosten- -Bezirk…

    Wer braucht eigentlich Twitter? Hunde vielleicht – die pinkeln auch an jedem
    Baum mit ihren weltbewegenden Botschaften. Follow me. (Sollte jetzt aber nichts gegen die Spezie gewesen sein. Ich mag Tiere.)

    Sicherlich sind Dinge im Netz wie Dein Spezialbereich Adwords immer noch die sichersten Wege – wenn es denn ABSOLUT
    zielgruppen-orientiert und noch mit ein paar anderen diversen Tricks betrieben wird.

    Aber wie schwer selbst das inzwischen geworden ist – kannst Du ja am besten selbst bei Gelegenheit mal in Deinem Blog
    erklaeren…

    Viel Spass dabei. :-)

  • 2. Hans  |  31.Januar 2010 um 15:50

    Nun ja, Dynamicdrive hat ja auch keinen großartigen Gewinn erwirtschaftet, deshalb solltest du mit solchen Äußerungen vorsichtig sein.

  • 3. Olaf Kerner  |  31.Januar 2010 um 16:13

    @Hans:
    > Dynamicdrive hat ja auch keinen großartigen Gewinn erwirtschaftet

    Im Unterschied zu Sevenload hat Dynamicdrive seit Gründung am 01.01.2004 (damals noch als Einzelunternehmen) jedes Jahr Gewinn (in unterschiedlicher Höhe) erwirtschaftet.

    Das ist ein gewaltiger Unterschied zu knapp 10 Mio. € Verlust in nur 2 Jahren wie bei Sevenload…

  • 4. irgendwer  |  01.Februar 2010 um 10:22

    Was hat Web 2.0 mit finanziellen Situationen und werbebannern zu tun?

  • 5. Olaf Kerner  |  01.Februar 2010 um 10:25

    -Web 2.0 bedeutet User generated Content
    -Viele dieser Projekte sind werbefinanziert.
    -Für Werbung im Umfeld von User generated Content zahlen Werbetreibende, besonders jetzt in der Krise, fast nix.
    -Die vor Jahren mit dem Projekt (z.B. Sevenload) geplanten Einnahmen fließen nur zu einem Bruchteil.

  • 6. udo  |  02.Februar 2010 um 03:09

    > Was hat Web 2.0 mit finanziellen Situationen und werbebannern zu tun?

    Wie bitte? Die von Olaf genannten Beispiele von Millionen-Verlusten aus Web.2.0 – Unternehmen haben also nichts mit finanziellen Situationen zu tun?

    Also wirklich. Viele sog. “Internet-Unternehmer” wuerde ich bei uns noch nicht einmal als Bauhelfer einstellen.

    Olaf aber schon. Der haette Aufstiegschancen.. :-)

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