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Bericht (recap) dmexco 2011- Bullshit Bingo und Dampfplauderer

geschrieben am 24. September 2011 von Olaf Kerner

Wir waren dieses Jahr das erstemal seit 2006 nicht auf der Online Marketing Messe (OMD bzw. jetzt dmexco), und haben laut diverser Berichte im Internet offensichtlich nichts verpasst. Kostproben der Berichte und Recaps von dmexco 2011 Teilnehmern:

Es ist wirklich unglaublich wie schlecht die Vorträge und Seminare auf der #dmexco sind. Pseudoprofis dokumentieren ihr Heißluftwissen. (Jochen Mai)

Klassenfahrt? Dass ich nicht lache. Die #dmexco ist höchstens die Schach-AG der uncoolen Streber aus der ersten Reihe. (Markus Huendgen)

Diese Messe ist so eine Art Klassentreffen jener BWL-Studenten, die nach dem Studium “was mit Internet”, und dort möglichst die große Kohle machen wollten. Und was machen sie auf diesem Treffen? Sie versuchen sich gegenseitig etwas zu verkaufen... Es ist schon ein trauriges Bild, was diese Personen vom Internet als besserer Fernseher mit Verkaufsmöglichkeit entwerfen… Was will man aber auch anderes erwarten, es sind einfache BWL’er. (Linus Neumann)

Doch ihr oft kritisiertes Image als unsympathische Veranstaltung für schnöselige Verkäufer wird sie nicht ganz los… Klar, es gibt ein paar Logos von Medienmarken, es werden (Print!)-Ausgaben von Computer Bild und TV Movie verteilt, doch das Herzblut ist nicht zu sehen. (Meedia)

Verloren im Customer Lifetime Value: Mein misslungener Ausflug auf die Dmexco… Spricht man auf der dmexco mit Vermarktern, werden einem Begriffe wie digitale Touchpoints, Customer Lifetime Value, Performance-Marketing, On-Site-Retargetting, Multi-Channel-Tracking, Fingerprinting oder Social CRM um die Ohren geschleudert, bis die Schwarte kracht. (Basic Thinking)

Aber es geht noch schlechter, wie Dr. Martin Andree beim Eröffnungsvortrag „Best of Digital Branding“ unter Beweis stellt. … Nach einem Exkurs über das vermeintlich höhere Identifikationspotential von Ferrari im Gegensatz zu VW schließt er mit dem legendären Merksatz: „Das Potential ist umso höher, je höher dieses Potential ausfällt.“ Ohne Worte. (Sean Kollak)

Ich übersetze die Berichte wie folgt:
Die dmexco ist im Unterschied zur OMD eine Messe geworden, auf der die (Werbeplatz)Verkäufer die Oberhand gewonnen haben. Auf den Vorträgen und an den Messeständen weicht Fachwissen immer mehr dem Bullshit- Bingo der BWL’er.

Wir werden uns deshalb in Zukunft für unseren jährlichen Firmenausflug ein anderes Ziel suchen.
Und: Ich wundere mich, daß keiner der Veranstalter von Affiliate- Treffs wie z.B. Webby oder Randolf eine Messe speziell für Performance- Marketing auf die Beine stellt.

Über eine Diskussion auf der dmexco muß ich mir trotzdem Gedanken machen:
Nach Meinung einiger Diskussionsteilnehmer trägt Online Marketing oft kaum zur Bildung einer Marke bei. Hier werde ich tiefer recherchieren.
Aber gerade das Argument der Markenbildung muß bei Verkaufsgesprächen von Bannerschaltern als Argument für den Sinn des Schaltens von Werbebannern im supertollen Seiten- Netzwerk mit Fantastrilliarden von Besuchern herhalten (Produktverkäufe finden über Bannerschaltungen meißt eh nicht statt). Blöd ist nur, wenn mit Bannerschaltungen real oft kein Branding passiert! Dann würden ja die Bannerverkäufer ihre Kunden oft für dumm verkaufen, oder es selber nicht besser wissen.

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